Thomas Grübel: „Wir treten nicht an, um zu verlieren!“

Germering – Die Deutsche Squash Liga (DSL) freut sich sehr über das neue Mitglied WeCare Squash Germering: Als Meister der Bayernliga in der zurückliegenden Spielzeit stieg die Mannschaft zur bald beginnenden Saison in die höchste deutsche Spielklasse auf und tritt dort nun in der Bundesliga Süd an. Im Interview mit WeCare Squash Germering-Teammanager Thomas Grübel schaute DSL-Medienverantwortlicher Lennard Jessen hinter die Kulissen des Aufsteigers.

Thomas Grübel, Geschäftsführer der Anlage WeCare Squash GmbH, fiebert dem Ligastart in der Bundesliga auf dem Glascourt mit dem Verein WeCare Squash Germering bereits entgegen – Bild: WeCare Squash Germering

DSL: Hallo, Thomas. Erstmal ein herzliches Willkommen in der Squash-Bundesliga!

Thomas Grübel: Hallo, Lennard. Danke, es freut uns sehr, dass wir nun dabei sind!

DSL: Wie kam es dazu, dass ihr fortan in der höchsten deutschen Spielklasse im Mannschaftsspieletrieb dabei seid?

Thomas Grübel: Das Witzige dabei ist sicher auch, dass es den Verein WeCare Squash Germering erst seit etwas mehr als einem Jahr gibt. Wir wurden erst wenige Wochen vor dem Ligastart der letzten Saison gegründet. Es treffen sich kontinuierlich über die letzten Monate immer mehr Spieler hier in Germering zu regelmäßigen Squasheinheiten. Daher haben wir uns vor einem Jahr dazu entschieden, mit einer Bayernliga- und einer Landesliga-Mannschaft an den Start zu gehen. Unter der Woche gibt es vier Clubabende bei uns, an denen gemeinsam gespielt wird und alle viel Spaß zusammen haben. Inzwischen ist das Ganze eine echt tolle Einheit geworden. Der deutsche Perspektivkaderspieler Florian Stöger hat in Germering mit dem Squash vor vielen Jahren begonnen und ist derweil rund sieben Mal pro Woche bei uns im Center. Mit weiteren vier bis fünf leistungsstarken Spielern, die gerne höher spielen wollten, und Florian Stöger war der Aufstieg in die Bundesliga dann die logische Konsequenz, um eine entsprechende Perspektive als Verein bieten zu können. Leider gab es hier in den letzten Jahren keine so großen Events mehr, aber wir haben ein großes Potenzial. Das wollen wir wecken.

DSL: Was war euer Erfolgsrezept in der vergangenen Saison?

Thomas Grübel: Regelmäßiges Training führt zum Erfolg! Das gepaart mit einem starken Teamzusammenhalt war stets unser Motto. Im Verein verfügen wir über ein sehr stabiles Spielergerüst, wo viele leitungsmäßig eng beieinander liegen. Daher sind wir speziell auf den hinteren Positionen vielleicht etwas stärker als andere Mannschaften.

DSL: Worauf habt ihr bei eurem Personalkader für die Bundesliga besonders wert gelegt?

Thomas Grübel: Wir hatten viele Spieleranfragen von interessierten Bundesligaakteuren. Diese haben wir jedoch weitestgehend abgelehnt. Denn unsere Prämisse ist es, dass wir an den Positionen 3 und 4 mit Lokalspielern auflaufen, die alle unter der Woche auch an den Clubabenden im Center und damit Teil unserer lokalen Squash-Community sind. Hinzu kommt, dass wir mit dem Liechtensteiner David Maier (Anm. d. Red.: WRL 296) einen sehr gut ins Team passenden Spieler verpflichten konnten, der auch regelmäßig zum Training vorbeischaut und damit sehr präsent ist. An Position 1 wollen wir mit einem internationalen Spitzenspieler antreten, sodass bei uns die Prämisse „Lokalspieler mit internationalen Topspielern“ gilt. Da haben wir eine ganze Reihe in den Kader aufgenommen, um durch die ganzen Weltranglistenturniere entsprechend auch jemand verfügbar zu haben. Wir freuen uns auch über zwei junge spanische Spieler Marc Altarriba (Anm. d. Red.: WRL 298) und Alex Boni, die beide sehr stolz sind, in der deutschen Bundesliga für uns auflaufen zu können.

DSL: Welche Ziele habt ihr euch als Aufsteiger für die neue Spielzeit in der Bundesliga gesetzt?

Thomas Grübel: Wir treten nicht an, um zu verlieren! Aber klar wird das Ganze schwer genug für uns. Das Ziel lautet im besten Fall Erreichen der Endrunde, dann wären wir super happy.

DSL: Wie würdest du die Vorfreude in der Germeringer Squash-Community auf die Bundesliga beschreiben?

Thomas Grübel: Die Vorfreude ist riesig bei uns! Die Leute haben voll Bock drauf! Die Bundesliga ist bei uns nicht kostenlos für Zuschauer und Fans, sodass wir Tickets gegen Gebühr ausgeben. Die ersten sind im Vorverkauf bereits verteilt. Wir wollen dabei sowohl für unsere Vereinsspieler als auch alle interessierten Freizeitspieler ein interessanter Anlaufpunkt mit unseren Bundesligaduellen sein!

DSL: Wie läuft eure Saison-Vorbereitung?

Thomas Grübel: Grundsätzlich haben wir keine spezielle Saison-Vorbereitung. Die leistungsorientierten Spieler trainieren wie sonst auch regelmäßig an unseren vier Clubabenden in der Woche und legen noch weitere Trainingseinheiten ein.

DSL: Was für „Specials“ bietet ihr euren Fans bei Heimspielen?

Thomas Grübel: Wir planen, dass unsere auf Position 1 und 2 eingesetzten internationalen Spieler für unsere Squashfans im Anschluss an den Spieltag für ein sogenanntes „Challenge the pro“ zur Verfügung stehen. Dabei kann dann gegen eine kleine Spende direkt mit den sehr guten Spielern in Kontakt gekommen werden. Das Geld werden wir an ein Germeringer Hospiz spenden. Denn: Wir können hier Squash spielen und eine gute Zeit haben, es gibt aber auch viele andere Menschen, denen es nicht so gut geht und da wollen wir gerne etwas helfen.

DSL: Warum sollte man unbedingt in Germering Squash-Bundesliga schauen?

Thomas Grübel: Die Atmosphäre auf unserem Glascourt ist schon sehr besonders! Es ist bei uns so ähnlich wie in einem Stadion, da es durch das Glas richtig laut ist und gut scheppert. Wir mögen es, wenn es gerne etwas lauter ist!

DSL: Squash-Bundesliga in Germering – Was bedeutet das für euch in drei Worten beschrieben?

Thomas Grübel: Spannung, Leistungssport, Freude.

DSL: Wo seht ihr euch in einem Jahr?

Thomas Grübel: Hoffentlich wieder mit einer in der Bundesliga gemeldeten Mannschaft! Und zwar so, dass wir die Favoriten Hamburg und Paderborn etwas ärgern können!

 

Das Interview führte Lennard Jessen für die DSL.

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