Traditionsverein 1. Bremer SC verabschiedet sich aus der Bundesliga
Bremen – 36 Jahre nach dem erstmaligen Aufstieg in die 1. Squash-Bundesliga zieht sich der 1. Bremer Squash Club von 1976 e.V. aus der Bundesliga zurück. Die Weserstädter um ihren langjährigen Vereinsvorsitzenden Wilhelm Eickworth zählen zu den traditionsreichsten deutschen Squashvereinen. Über Jahrzehnte hat sich der 1. Bremer SC im deutschen Spitzensquash etabliert und ist nur einer von sehr wenigen Vereinen mit einer derart langen Bundesliga-Zugehörigkeit.

Nach der Vereinsgründung im Jahr 1976 – die Bremer feiern dieses Jahr das 50-jährige Vereinsbestehen – ging es kontinuierlich bis in die nationale Spitze hinauf, was im Jahr 1990 in den erstmaligen Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse, der 1. Squash-Bundesliga, mündete. In den folgenden Jahrzehnten gehörten die Bremer regelmäßig der 1. Bundesliga an, wenn auch die Zugehörigkeit durch einzelne Spielzeiten in der 2. Bundesliga unterbrochen wurde, und zwar sowohl aufgrund sportlicher Abstiege oder freiwilliger Rückzüge. Eine durchgehende Zugehörigkeit zur 1. Liga bestand daher nicht.

Die wichtigsten Daten der Bremer-Bundesligageschichte
- ab 1990: Etablierung in der 1. Bundesliga
- 2001: Der Verein stellte das damals jüngste Bundesligateam Deutschlands
- 2010 bis 2013: Erneute erfolgreiche Jahre in der 1. Bundesliga
- 2012: Freiwilliger Rückzug der 1. Mannschaft in die 2. Bundesliga
- 2026: Freiwilliger Rückzug der 1. Mannschaft aus dem Bundesligaspielbetrieb

Die größten sportlichen Erfolge des 1. Bremer SC
Der größte Erfolg des 1. Bremer SC liegt weniger in einzelnen Meistertiteln, sondern vielmehr in seiner außergewöhnlichen Beständigkeit im deutschen Spitzensport. Zu den bedeutendsten Erfolgen der Weserstädter zählen:
- Mehr als drei Jahrzehnte Zugehörigkeit zur Bundesligaspitze – nur wenige deutsche Squashvereine haben eine vergleichbare Konstanz auf höchster Ebene vorzuweisen
- Nationale und internationale Spitzenspieler im Kader seit den Bundesligaspielzeiten ab 1990
- Gewinn der Meisterschaft in der 2. Bundesliga Nord in den Jahren 2012 und 2013
- Konsequente Förderung deutscher Nachwuchsspieler, die gemeinsam mit internationalen Profis auf höchstem Niveau eingesetzt wurden
- Fünf Jahrzehnte ununterbrochener Vereinsgeschichte und kontinuierlicher Leistungsentwicklung

Willi Eickworth: Eine prägende Persönlichkeit beim 1. Bremer SC
Ohne ihn wäre der 1. Bremer SC wohl kaum vorstellbar: Wilhelm Eickworth ist langjähriger Vorsitzender des Vereins. Er prägt den Verein, drückt ihm einen klaren Stempel auf und führt ihn mit außergewöhnlich kontinuierlichem Engagement zum Erfolg. Maßgebliche Bestandteile sind dabei ein gesunder Mix aus Nachwuchsförderung, nationalen und internationalen Turnieren – wie z.B. dem über viele Jahrzehnte ausgerichteten „Bremer Schlüssel“ – und dem Bundesligaspielbetrieb. Nicht umsonst wird er nicht nur in Squasher-Kreisen „Bremens Mr. Squash“ genannt. Bremen ist unter ihm national eine von vielen Top-Adressen des deutschen Squashsports geworden. Über Jahrzehnte war Eickworth beim Deutschen Squash Verband (DSQV) auch in leitender Funktion für das Schiedsrichterwesen verantwortlich und auch hier immer mit ganz viel Herzblut bei der Sache.

Bundesliga-Endrunden in Bremen
Auch die Endrunde um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft machte in den Jahren 2021 und 2022 Station in der ULC Sportwelt in Bremen. Für das Jahr 2021 qualifizierten sich die Bremer erstmals in der Vereinsgeschichte für das Saison-Abschlussturnier, bei dem jährlich die beste Vereinsmannschaft Deutschlands gesucht wird.

Gründe für das Ausscheiden des 1. Bremer SC aus der Bundesliga
Eine leichte Entscheidung sei der Rückzug nicht gewesen, nachdem die Bremer so lange immer weit vorne im deutschen Squashsport dabei waren. Aber Vereinsvorsitzender und Teammanager Wilhelm Eickworth habe sich schon lange als Einzelkämpfer gefühlt und dabei wenig Unterstützung erhalten. „Das Fass ist übergelaufen“, sagte Wilhelm Eickworth gegenüber der Zeitung Weser-Kurier.
Mit der abgeschlossenen Spielzeit und dem Verpassen der Endrunde sei Eickworth ebenfalls nicht zufrieden. „Wir haben die gesamte Saison über Punkte liegen lassen“, so der Bremer Teammanager in dem zitierten Zeitungsartikel weiter. Das verpasste Ziel Endrundenqualifikation sei aber nicht allein ausschlaggebend gewesen.
„Die Kosten explodieren“, erklärte Eickworth weiter. Zuletzt habe ihn eine Erstliga-Saison rund 40.000 Euro gekostet, was er zum Großteil selbst beigesteuert habe und womit er in der kommenden Spielzeit nicht mehr hinkomme. Alleine für die oft langen Flüge und Autofahrten der verschiedenen Spieler sowie Hotelübernachtungen sei in der kommenden Spielzeit noch mehr aufzubringen erforderlich gewesen. „Wie soll ich diese Kosten tragen, wenn die Zufriedenheit unterm Strich nicht mehr da ist?“, fragt Eickworth in dem Zeitungsbericht.
Zudem sei für ihn ein weiterer Aspekt die Regelung zur Endrundenqualifikation: Der garantierte Platz für den Ausrichter der Endrunde. Damit sei er nicht zufrieden. Insgesamt fasst Eickworth seine Entscheidung zusammen: „Wer bezahlt, bestimmt die Richtung und nun endet eine Ära!“, meint Eickworth weiter. Aber ob die Bundesliga für ihn endgültig Geschichte sei, mag er sich nicht ganz festlegen. „Ich bin ein schlechter Verlierer, vielleicht ist noch nicht aller Tage Abend!“, äußerte sich Eickworth im Weser-Kurier abschließend.

Danke Willi – danke Bremer Squash-Community
„Willi ist eine von den Personen im deutschen Squashsport, die ich schon sehr, sehr lange kenne. Zum ersten Mal bin ich ihm 1980 begegnet, als ich als Jugendlicher erstmalig am Bremer Schlüssel teilnehmen durfte. Sein extrem hohes Maß an Engagement, gepaart mit etwas Eigensinn und Standhaftigkeit und immer mit ganz viel Herzblut bei der Sache findet man nicht so häufig. Ihm ist es zu verdanken, dass Squash in Bremen zu einer echten Erfolgsmarke wurde. Und dabei war Fairness stets das oberste Gebot! Wir bedauern den Verlust eines der traditionsreichsten DSL-Vereine und seinem Macher Willi Eickworth. Aber auch hier gilt, dass wohl alles nun einmal irgendwann sein Ende findet – 50 Jahre für den Squash-Sport aktiv ist eine herausragende Leistung! Es bleibt zu hoffen, dass sich jemand in Bremen traut in Willis große Fußstapfen zu treten und vielleicht sein Werk weiterführt“, sagte Peter Schmidl, 1. Vorsitzender der Deutschen Squash Liga (DSL).

