Eine erfolgreiche Ära endet: Black&White RC Worms kein Bundesligist mehr

Die Verantwortlichen von Black&White RC Worms haben sich entschieden: Für die Bundesliga-Saison 2026/2027 wurde keine neue Teammeldung mehr abgegeben. Damit geht eine lange erfolgreiche Zeit in der höchsten deutschen Spielklasse im Squash zu Ende, in der die Wormser insgesamt fünfmal Deutscher Mannschaftsmeister der Herren wurden (2011, 2013, 2020, 2023 und 2024). Viermal kürten sich die Wormser bei den European Club Championships zum besten Team Europas (2012, 2013, 2014 und 2015).

2011: Nationaler Premieren-Titel für Worms

Nach mehreren erfolglosen Anläufen machte der Black&White RC Worms im Jahr 2011 sein allererstes nationales Meisterstück perfekt: Gegen das Squash Inn Team Hamborn stand am Ende ein 3:1 Erfolg zu Buche. Die Siege spielten Carsten Schoor (Pos. 4, vs. Marc Hörning, 3:0), André Haschker (Pos. 3, vs. Raphael Kandra, 3:1) und David Palmer (Pos. 1, vs. Tom Richards, 3:1) ein. Jens Schoor musste sich im auf zwei Gewinnsätze verkürzten Duell mit Rudi Rohrmüller mit 1:2 Sätzen geschlagen geben.

Worms wurde 2013 zum zweiten Mal Deutscher Mannschaftsmeister – Bild: Jordan Mansfield

Nur zwei Jahre später stand das Wormser Team wieder ganz oben: 2013 folgte der zweite Deutsche Mannschaftsmeistertitel in Böblingen. Gegen den Dauerrivalen Paderborn erwischte der Wormser Tim Weber (Pos. 4) dabei den besseren Start, als er Norman Junge mit 3:1 in Schach hielt. Doch Raphael Kandra glich für den Paderborner SC an Position 3 durch einen Viersatzsieg über André Haschker zum 1:1 Zwischenstand in Matches aus. Traumduell an Position 1: Nick Matthew (Worms) siegte in der Partie zweier Weltklassespieler über seinen englischen Landsmann James Willstrop (Paderborn) in drei Sätzen. Damit musste Simon Rösner (Pos. 2, Paderborn) gegen Jens Schoor (Worms) unbedingt mit 3:0 Sätzen gewinnen, um dann vielleicht mit ein wenig Glück nach Auszählen aller Einzelpunkte in den Sätzen noch auf den Gesamtsieg zu kommen. Aber Rösner gab nach 2:0 Satzführung den dritten Durchgang ab und damit war die zweite Meisterschaft für Worms eingefahren.

2012 erstmals beste Mannschaft auf europäischer Ebene – erster von vier ECC-Titeln

Nach den Final-Niederlagen 2009 (vs. Aberdeen) und 2011 (vs. Paderborn) gelang nur ein Jahr später der ganz große Wurf: Die Mannschaft um die Schoor-Brüder Jens und Carsten krönte sich im Jahr 2012 erstmals zur besten Vereinsmannschaft Europas: Gegen das gastgebende Team Buldoci Praha aus Prag setzte sich die Mannschaft von Manager Michael Zehe im ECC-Finale durch und holte damit nur ein Jahr nach dem ersten nationalen Titel nun auch erstmals die Krone im europäischen Squashsport nach Rheinland-Pfalz.

Black&White RC Worms gewinnt 2014 im englischen Nottingham zum dritten Mal in Serie den ECC-Titel – Bild: SquashSite – Steve Cubbins

In den drei Folgejahren legte Worms kräftig nach: In Riccione (2013) besiegten Schoor & Co. das französische Team Mulhouse Squash Club, im englischen Nottingham (2014) und ein Jahr später im polnischen Krakau gab es jeweils den Finalsieg gegen den Paderborner SC. Seit 2012 holten die Wormser bis einschließlich 2015 damit viermal in Serie den Sieg beim ECC.

Lange Zeit mit zwei Wormser Bundesliga-Mannschaften

Über viele Jahre startete Worms nicht nur mit einer, sondern gleich mit zwei Teams in der Deutschen Squash Liga: Bis einschließlich der Saison 2015/2016 bildete die Wormser Reserve so den erfolgreichen Unterbau der ersten Mannschaft. Seinerzeit spielte Worms II noch in der Bundesliga Süd und Worms I in der damaligen Bundesliga Mitte. Mit der Saison 2016/2017 kam es zu einer weiteren Reform im Modus des Spielbetriebs der Deutschen Squash Liga: Die drei Bundesliga-Staffeln wurden zu einer Nord- und Südliga und Worms entschied sich dazu, die erste und zweite Mannschaft zu einem Team zusammenzulegen. Bis zur Saison 2025/2026 ging es so in der Bundesliga Süd immer auf den vorderen Plätzen erfolgreich weiter.

2020: Wieder Nummer eins in Deutschland – aber geteilt mit Paderborn

Nach einer längeren Durststrecke (der letzte nationale Mannschaftstitel lag mit dem Jahr 2013 einige Jahre zurück) standen die Wormser im Jahr 2020 wieder ganz oben – allerdings geteilt mit Paderborn: Worms gewann die Staffel Süd und Paderborn die Staffel Nord. Aufgrund der damaligen Corona-Pandemie wurde durch den Vorstand der Deutschen Squash Liga entschieden, die Endrunde 2020 nicht auszutragen und den Titel des Jahres 2020 daher an beide Staffelsieger parallel zu vergeben.

Viele deutsche Nationalspieler waren in den zahlreichen Jahren im Worms in den Aufgeboten – wie hier u.a. Yannik Omlor – Bild: Lennard Jessen

Nationale Meistertitel Nr. 4 und 5 in 2023 und 2024

Das Team aus Worms um Manager Michael Zehe blieb auch in den Folgejahren nach 2020 hungrig auf weitere Titel: 2023 bestätigten die Nibelungenstädter dies in der Turnhalle Krefeld durch den Gewinn der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft mit ihrem 4:0 Erfolg im Finale gegen den 1. SC Diepholz eindrucksvoll. Im Folgejahr 2024 stand Worms in Krefeld erneut im Finale – dieses Mal hieß der Gegner aber Paderborner SC. Worms unterlag zwar mit 1:3 Matches, doch eine Umwertung der Partie durch die Mitgliederversammlung der DSL sprach einige Zeit später den Wormsern den Titel im Nachgang zu.

Weltklassespieler Paul Coll (re), aktuelle Nr. 2 der Weltrangliste, wurde 2023 in Krefeld mit Worms Deutscher Mannschaftsmeister – Bild: Steve Cubbins

„Bundesliga war immer eine aufregende Zeit, gerade wenn es um die Play-Offs ging. Darauf haben wir jedes Mal hingefiebert. 2004 wechselte ich von Koblenz nach Worms und mein Bruder Carsten folgte kurze Zeit später. Ich kann ganz sicher für uns beide sagen: Es war eine der besten Entscheidungen unseres Lebens! Wir hatten eine echt gute Zeit. Worms hat insbesondere mir eine professionelle Squash-Karriere ermöglicht, mir darüberhinaus auch für die Zeit nach dem Sport eine nachhaltige Perspektive geschaffen und mein Leben sehr positiv beeinflusst. Dafür bin ich sehr dankbar. So leite ich inzwischen seit mehreren Jahren das Fitnessstudio, was auch die Squashcourts in Worms beherbergt. Die letzte Saison war nochmal echt schön. Ich habe mich auf geile Matches gefreut und diese bekommen. Der Titel war das Ziel, hat am Ende knapp nicht gereicht. Es zeigte aber auch, dass wir nicht mehr dauerhaft das Niveau eines Deutschen Mannschaftsmeisters haben!“, erklärte Jens Schoor, langjähriger Kapitän von Black&White RC Worms.

Jens Schoor, langjähriger Kapitän von Black&White RC Worms – Bild: Steve Cubbins

„Worms hat die Squash-Bundesliga über Jahre erheblich geprägt. Fünf nationale Titel und vier kontinentale Titel sprechen eine eindeutige Sprache. Die Siege sind verdiente und große Triumphe im deutschen Squashsport! Wir bedauern den Rückzug des erfolgreichen Wormser Teams. Dass nach so vielen Jahren auf höchster Ebene aber irgendwann auch einmal Schluss ist, sollte jedem auch klar sein! Zudem möchten wir als DSL uns ausdrücklich auch beim langjährigen Wormser Teammanager Michael Zehe mit seinem Unternehmen ROWE Motoroil für die jahrelange erhebliche Unterstützung der Deutschen Squash Liga insgesamt und auf zahlreichen Endrunden bedanken! Dieses Engagement war außergewöhnlich und hatte immer einen großen Anteil an erfolgreichen Squash-Events in Deutschland!“, erklärte Peter Schmidl, 1. Vorsitzender der Deutschen Squash Liga.